2026 Frohes Neues Jahr !
Ich kann es kaum glauben, ich habe ein ganzes Jahr nichts geschrieben! Und ich kann nicht behaupten, dass ich es bemerkt hätte.
Also, ich wünsche euch allen ein glückliches und gesundes Neues Jahr, mit viel Hoffnung, Zuversicht und Zufriedenheit.
Ich würde jetzt gerne schreiben, was mich von Anfang des Jahres an bis zum Jahresende bewegt oder hat verzweifeln lassen. Das sind so Dinge, die die Fibromyalgie aber gar nicht zulässt. Ich kann von schlimmen Schmerzphasen berichten, in der Zeit, da ich noch gearbeitet habe. Ich konnte meine Hände kaum noch bewegen, sie waren irgendwie verkrampft. Dazu kamen die Rhizarthrosen in beiden Daumengrundgelenken. Das war so schlimm, dass ich bei einem Handchirurgen war, der mir direkt ein neues Gelenk einsetzen wollte. Das sollte im Juni 25 gemacht werden. Zu den Schmerzen kam noch eine Sache, die die Fibro von einer anderen Seite anfeuerte. Ich musste meine Mutter in ein Seniorenheim bringen, nachdem sie sich bei einem Sturz hier bei uns das Brustbein gebrochen hatte. Sie war dermaßen sturzgefährdet, dass sie nicht mehr alleine in ihrem Haus bleiben konnte. Das war so schwer für mich. Sie wollte aber auf gar keinen Fall bei uns einziehen. Jetzt ist sie bald schon 1 Jahr dort. Dabei hat die Fibro Rad geschlagen. Der mentale Stress war ein gefundenes Fressen für sie. Ich war manchmal total durcheinander, wusste nicht, wie ich mit dem Auto von A nach B gekommen bin, habe die Welt oft wie durch einen Schleier gesehen und für mich am schlimmsten war und ist noch immer der "Brain-Fog". Das Hirn steckt quasi in einer Nebelwolke; Wortfindungsstörungen gehören dazu, man will etwas sagen und plupp, ist alles weg. Namen werden durcheinander gebracht, man kann sich nichts mehr merken. Richtig ätzend finde ich, dass ich nicht mehr in der Lage bin, etwas auswendig zu lernen. Ich singe im Chor und würde mir wünschen, dass ich wenigstens den ein oder anderen Liedtext auswendig lernen könnte. Keine Chance. Selbst Pop-Songs, die ich früher auswendig mitträllern konnte, sind nicht mehr abrufbar. Das gibt mir ganz schön zu denken. Wenn ich nicht 100% sicher wäre, dass die Fibro daran Schuld ist, würde ich denken ich sei dement.
Weil die Schmerzen zu einem Dauerzustand wurden, habe ich auf meinen Körper gehört und meinen Job gekündigt, den ich ja nur deshalb angenommen hatte, weil ich der Ansicht war, dass mich die Arbeit ablenkt. Am Anfang hat es auch ganz gut geklappt, doch dann kamen die Schübe mit voller Kraft. Das war im Mai 25.Die Hand-OP sollte im Juni sein, die ich aber wegen unseres Urlaubs erstmal abgesagt habe. Ohne, dass ich zur Arbeit muss, geht es mir jetzt deutlich besser. Das geht soweit, dass ich kaum noch Schmerzen in den Händen habe und ich fester zugreifen kann. Jedoch hat sich ein neues Übel eingeschlichen. Das Fatigue-Syndrom. Fibros wissen, was das ist, für alle anderen, das ist ein chronisches Müdigkeits- und Erschöpfungssyndrom. Egal, wo ich mich hinsetze und Ruhe habe, schlafe ich ein. Am Küchentisch sitzend oder vorhin bei der Chorprobe habe ich es tatsächlich geschafft, in der Pause, zwischen dem ganzen Geschnatter, einzuschlafen. Morgens schaffe ich es kaum raus aus dem Bett, werde manchmal nicht vor 10/11 Uhr wach und bin trotzdem noch müde. Dann bekomme ich auch immerzu zwischendurch meine dollen 5 Minuten, in denen ich so viel mache, wie eben möglich. Der Zustand dauert nicht lange an, Ich sage mal manchmal 1 Stunde, manchmal weniger. Dann bin ich total kaputt und nicht in der Lage, noch etwas anderes anzufangen. Ich habe mich sonst immer wie verrückt auf die Advents- und Weihnachtszeit gefreut. Letztes Jahr war alles anders. Ich habe es nicht geschafft, Adventsdeko vom Dachboden zu holen. Meinen Adventskranz habe ich erst nach dem 1. Advent fertig gemacht. Es war mir einfach alles zu schwer, zu anstrengend. Mein Weihnachtsbaum musste mit der Hälfte des Baumschmuckes auskommen, usw., usw.! Sogar zu Silvester fand ich es zu anstrengend irgendetwas vorzubereiten, weswegen ich sehr froh darüber war, dass alte Freunde gerne mit uns Essen gehen wollten. Das war so entspannt. Mal keine Arbeit zum Jahreswechsel. Wir sind dann ganz ruhig ins Neue Jahr gestartet. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass das Jahr 2026 mein Jahr wird. Mit sowenig Schmerzen und Schüben, wie nur eben möglich, keine Stresstrigger, keine böse Überraschungen. Und tataa, ich war schon vor Weihnachten etwas erkältet, eigentlich aber damit durch, da kam es nochmal mit aller Gewalt. Natürlich hätte ich mir denken können, dass es kein einfacher grippaler Infekt ist, dafür ging es mir zu schlecht. Wir dachten erst, es sei Corona, dann stellte sich aber heraus, dass ich die A Influenza habe, die gefährlichere Variante der "echten" Grippe. Seit 2 Tagen habe ich es so gut wie überstanden, was nichts daran ändert, dass dieses Jahr sofort beschissen anfing. Da ich aber ein hoffnungsvoller Optimist bin, denke ich, dass das Jahr ja nur besser werden kann, es ist ja noch jung.
Ich habe das ganze letzte Jahr immer wieder recherchiert und gelesen, ob es neue Erkenntnisse über die unheilbare Krankheit, die man nicht sieht, gibt. Den ein oder anderen interessanten Artikel habe ich gefunden, nichts absolut neues, bahnbrechendes, aber Berichte von Patienten, wie sie mit der Krankheit umgehen, wie sie überhaupt erst akzeptieren können, immer mit Schmerzen zu leben.
Darüber möchte ich gerne beim nächsten Mal schreiben - ich hoffe, ich kann mich aufraffen- heute Abend habe ich es nach langem Hin und Her geschafft. Dafür klopfe ich mir jetzt selbst auf die Schulter.
Habt eine schöne, schmerzarme Zeit im Neuen Jahr und haltet die Ohren steif.
Liebe Grüße,
eure Beate